Etwas schenken

Fülle ist für mich noch etwas Abstoßendes und nichts Nährendes. Sie fühlt sich an wie ein trockenes Stück Fleisch, wie eine alte Schuhsohle. Sie wird im Mund immer mehr, und wenn ich nicht aufpasse, verschlucke ich mich daran – ersticke daran. Aber ich wünsche mir, dass sie sich anfühlt wie eine warme Suppe: leicht, aromatisch, […]
Etwas auf dem Herzen

Puh, ich merke gerade, dass in mir diese große „männliche“ Wunde klafft – die Wunde, nicht genug zu sein oder nicht genug zu tun. Gerade wurde mir vorgeworfen, ich könne das eine oder andere doch auch noch zu Ende bringen. Und ich weiß nicht: Hat er recht? Drücke ich mich davor, es zu tun – […]
Der Schlüssel

In mir kommt gerade sooooo krasse Wut hoch. Wut, weil ich die ganze Kette sehe. Ich sehe, wie mich früher niemand in Ruhe gelassen hat. Wie immer jemand bei mir war, mir keinen Raum gegeben hat, damit ich mich entfalten konnte. Wie jemand ständig auf mir „draufhing“ und bei jeder Bewegung einen Kommentar gab. Ich […]
Zähne zusammenbeißen
Mein Nervensystem blockiert mich so heftig, weil es tausendmal schon von mir gelernt hat, dass ich mich immer wieder übergehe. Dass ich diesen tiefen Glauben in mir trage: „Komm, Zähne zusammenbeißen und durch.“ Diesen Glauben darf ich jetzt samt Wurzel ziehen. Ja – ich kann für mich einstehen, Dinge tun, die wichtig sind, und trotzdem […]
Die volle Leere

Es ist wirklich faszinierend – nein, eigentlich passiert es mir oft. In den letzten Tagen habe ich in mir noch einmal so schön erkannt, wie ich diese ständige Leere in mir fühle. Und trotzdem entdecke ich gerade die Krux dahinter: Da war Leere, weil alles voll war. Aber voll mit Dingen, die mir keine Freude […]
Gemocht werden

Mein wichtigstes Motiv war immer: gemocht werden. Durch lieb sein. Durch verletzt sein. Denn bei all dem wurde ich geliebt. Mir wurde geholfen. Ich wollte in dieser Geborgenheit, in diesem Unterstütztwerden durch andere bleiben. Andere waren mir immer wichtiger als ich selbst. Das ist mein altes Motiv. Also tat ich alles, was ich gelernt hatte […]
Der Herbst
Manchmal fühlt es sich an, als würde mein Sohn ein Thema in die Familie holen. Dann läuft es bei uns durch – mit Wut, Ablehnung, Streit – und am Ende reinige ich es. Als wären wir zusammen ein Katalysator: Er empfängt und ich reinige. Vielleicht komme ich irgendwann an den Punkt, an dem ich nicht […]
Alter Kaugummi

Was hältst du denn davon? Eine Frage, die mir gerade bewusst wird – wie oft ich sie stelle oder andere mir. Was soll ich denn halten? Und warum? Weil es meinem Gegenüber zu schwer wird? Ich weiß schon, wie sie gemeint ist. Und dennoch habe ich das Gefühl, dass er sich – so wie ich […]
Goldene Narbe

Ich kann Nähe noch nicht zulassen, weil ich glaube, dass ich in dieser Nähe die Verantwortung für alles Halten übernehmen muss. Das ist mein alter Glaube: Ich muss alles vom anderen halten (ertragen) und gleichzeitig alles von mir zurückhalten. Für beides trage ich die volle Verantwortung. Doch mein System will das nicht mehr! Das ist […]
Mein Horrorfilm

So lange hatte ich Angst vor mir selbst. Vor meiner inneren Welt. Vor dem was in mir ist. Heute glaube ich, es ist nur eine Geschichte. Gerade eben sehe ich, wie ich als Kind Angst vor meiner Mutter hatte. Ich habe täglich miterlebt, wie sie all ihre Wut, ihren Hass, ihre Verachtung, ihren Schmerz – […]